Wenn Sie gesetzlich versichert sind:

In diesem Fall ist etwas mehr Aufwand mit der Beantragung der Psychotherapie verbunden – sowohl für Sie als auch für uns Therapeutinnen. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung haben Sie die Wahl unter allen Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten. Einen Psychotherapeuten mit Kassensitz können Sie direkt mit Ihrer Versicherungskarte aufsuchen.

Seit vielen Jahren gibt es jedoch eine massive „Unterversorgung“ der Therapeuten mit Kassensitz, so dass die Versicherten oft monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen.
 
Hier wird es für Sie interessant, denn es gibt die „Notfallregelung bei Unterversorgung (§13 Abs.3 SGB V)“. Sie besagt, dass bei unzumutbar langer Wartezeit Ihre Kasse die Behandlung bei einem nicht kassenzugelassenen Therapeuten erstatten kann.
Dazu müssen Sie/wir die Übernahme der Kosten über das „Kostenerstattungsverfahren“ bei ihrer Krankenkasse beantragen.

Notwendige Schritte / Checkliste für die Kostenerstattung:

  1. Schritt: Anruf bei der Krankenkasse
    Rufen Sie bei dem/der für Sie zuständigen Sachbearbeiter/in Ihrer Krankenkasse an und fragen, wie Sie am besten erfolgreich einen Antrag auf „außervertragliche Kostenerstattung für Psychotherapie“ stellen können. Fragen Sie ebenso, welche Unterlagen zur Antragsstellung erforderlich sind.
  2. Schritt: Erstgespräch in der Praxis
    Ist Ihre Krankenkasse prinzipiell zur Kostenübernahme bereit, vereinbaren Sie ein Erstgespräch mit uns. Übernimmt Ihre Kasse die Kosten für eine Psychotherapie, erstattet sie in der Regel die Kosten für das Erstgespräch zurück.
    Im Erstgespräch geht es zum einen um die Beschwerden, die Sie dazu führen, eine Psychotherapie zu beantragen. Zum anderen können Rahmenbedingungen, offene Fragen Ihrerseits und Organisatorisches besprochen werden. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit zu prüfen, ob Sie sich in unserer Praxis wohl fühlen und sich die Therapie bei uns vorstellen können.
  3. Schritt: Psychotherapieablehnungen sammeln / fehlenden Therapieplatz nachweisen
    Kontaktieren Sie mehrere – mindestens fünf, manche Kassen fordern 10 - Therapeuten mit Kassenzulassung. Notieren Sie sich Name, Datum, Uhrzeit und Ergebnis des Telefonats (z.B. Therapeut Mustermann, Mustermannstr.1, Köln, 1.1.2013, 13.45h, Wartezeit 8 Monate bis zur Therapieaufnahme). Bitte beachten Sie, dass mit einem Erstgesprächstermin nicht zwangsläufig auch ein zeitnaher Therapiebeginn verbunden ist. Oft führt ein Erstgespräch nur zur Aufnahme auf die monatelange Warteliste! Klären Sie daher unbedingt, wann der eigentliche Therapiebeginn erfolgen kann!
  4. Schritt: Konsiliarbericht
    Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt (z.B. Hausarzt). Von den Krankenkassen wird der Nachweis gefordert, dass ein Arzt die Aufnahme einer zeitnahen (!) Psychotherapie befürwortet. Über die Erstellung des sogenannten „Konsiliarberichts“ bescheinigt der Arzt, dass unabhängig von der medizinischen Behandlung eine Psychotherapie indiziert ist.

Weitere Informationen zum Kostenerstattungsverfahren finden Sie in der Broschüre der Bundespsychotherapeutenkammer.